Deutsche Tageszeitung - Tierschützer decken Tierquälerei bei sieben Westfleisch-Zulieferern auf

Tierschützer decken Tierquälerei bei sieben Westfleisch-Zulieferern auf


Tierschützer decken Tierquälerei bei sieben Westfleisch-Zulieferern auf
Tierschützer decken Tierquälerei bei sieben Westfleisch-Zulieferern auf / Foto: © AFP

Mitarbeiter in sieben Zulieferbetrieben des Fleischkonzerns Westfleisch mit Sitz im westfälischen Münster haben Tierschützern zufolge massiv gegen Tierschutzgesetze verstoßen. Film- und Bildaufnahmen, die in den vergangenen Monaten entstanden seien, zeigten verletzte, misshandelte und tote Tiere, wie das Deutsche Tierschutzbüro am Mittwoch mitteilte. Betroffen sind demnach sechs Betriebe aus Nordrhein-Westfalen und ein Betrieb in Niedersachsen.

Textgröße ändern:

Das Bildmaterial zeigt den Angaben zufolge zum Teil schwerverletzte Tiere, die nicht tierärztlich behandelt wurden. In einem Zulieferbetrieb im niedersächsischen Hessisch Oldendorf sollen Mitarbeiter die Schweine beim Abtransport zum Schlachthof mit Elektroschockern misshandelt haben.

"Der massive Einsatz des E-Schockers ist aus guten Grund gesetzlich verboten, doch in diesem Betrieb gehört das offenbar zum Alltag", erklärte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Auch Mitarbeiter eines Betriebes in Nordrhein-Westfalen sollen Schweine mit Elektroschockern gequält haben.

Laut dem Deutschen Tierschutzbüro hat ein Teil der betroffenen Zuliefererbetriebe Subventionen von der Europäischen Union für Tierschutzverbesserungen erhalten. "Davon haben die Tiere nichts, sie leiden", erklärte Peifer weiter.

Gegen alle sieben Betriebe haben die Tierschützer nach Angaben des Deutschen Tierschutzbüros Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt und das zuständige Veterinäramt informiert.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte engmaschigere Kontrollen in Schweinemastbetrieben. Auch die Haltungsart müsse sich zugunsten des Tierwohls verbessern. "Eine reine Stallhaltung von Schweinen ist Tierquälerei. Das muss die Politik endlich erkennen und dementsprechend handeln", erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

(S.A.Dudajev--DTZ)