Deutsche Tageszeitung - Senatoren setzen Geheimdienstchefs nach Sicherheitspanne der Trump-Regierung unter Druck

Senatoren setzen Geheimdienstchefs nach Sicherheitspanne der Trump-Regierung unter Druck


Senatoren setzen Geheimdienstchefs nach Sicherheitspanne der Trump-Regierung unter Druck
Senatoren setzen Geheimdienstchefs nach Sicherheitspanne der Trump-Regierung unter Druck / Foto: © AFP

Nach dem irttümlichen Versenden des streng geheimen Einsatzplans gegen die jemenitische Huthi-Miliz an einen bekannten Journalisten in einer Chatgruppe haben Senatoren der oppositionellen Demokraten am Dienstag die Chefs der US-Geheimdienste unter Druck gesetzt. Bei einer Anhörung des Geheimdienstausschusses, bei der es planmäßig um Gefahren für die nationale Sicherheit der USA gehen sollte, rief der stellvertretende Ausschussvorsitzende Mark Warner Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard dazu auf, sämtliche Inhalte der Chatgruppe offenzulegen.

Textgröße ändern:

Gabbard war Teil der Gruppe im Messengerdienst Signal, in der sich unter anderem US-Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth über konkrete Angriffspläne gegen die jemenitische Huthi-Miliz ausgetauscht hatten. Gabbard wollte ihre Teilnahme an den Chats auf Nachfrage der Senatoren nicht bestätigen - und bestritt mehrfach, dass in der Gruppe vertrauliche Informationen ausgetauscht worden seien.

In die Chatgruppe hatte der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump, Mike Waltz, offenbar irrtümlich den Chefredakteur des Magazins "The Atlantic", Jeffrey Goldberg, eingeladen. Goldberg hatte den Vorfall am Montag in einem Artikel öffentlich gemacht.

Zu den Mitgliedern der Chatgruppe gehörte auch der Chef der US-Auslandsgeheimdiensts CIA, John Ratcliffe. Dieser bestätigte vor den Senatoren, Teil der Gruppe gewesen zu sein - und verteidigte die Entscheidung, für den Austausch über den Angriff gegen die Huthi-Miliz die App Signal genutzt zu haben. Chats innerhalb von Signal werden zwar auf Absender- wie auf Empfängerseite verschlüsselt. Die App ist jedoch für Smartphone-Nutzer frei verfügbar.

Der demokratische Senator Warner sagte zu dem Vorfall, für ein ähnliches Verhalten wie das der Regierungsmitglieder wäre ein Soldat oder Geheimdienstmitarbeiter entlassen worden. Der nun öffentlich gewordene Chat über den Angriff gegen die Huthis sei "ein weiteres Beispiel für schlampiges, unachtsames und inkompetentes Verhalten".

Das Weiße Haus, das den Vorfall bereits zuvor als wenig bedeutend abgetan hatte, schrieb am Dienstag in einer Erklärung von einem "abgestimmten Versuch, vom erfolgreichen Vorgehen von Präsident Trump und seiner Regierung" gegen die "Feinde Amerikas" abzulenken. Belege für diese Angaben legte die Regierung nicht vor.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Trump zieht Nominierung von Elise Stefanik als Botschafterin bei UNO zurück

US-Präsident Donald Trump hat seine Nominierung der republikanischen Kongressabgeordneten Elise Stefanik als Botschafterin bei der UNO in New York überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte Trump am Donnerstag, er wolle angesichts der knappen Mehrheit seiner Republikaner im US-Repräsentantenhaus nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat bei einer Nachwahl an die oppositionellen Demokraten falle.

Israels Regierungschef Netanjahu warnt bei umstrittener Konferenz vor Antisemitismus

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bei einer umstrittenen Konferenz in Jerusalem vor weltweit ansteigendem Antisemitismus gewarnt. "Das Schicksal freier Gesellschaften ist mit ihrem Willen verknüpft, die Geißel des Antisemitismus zu bekämpfen", sagte Netanjahu am Donnerstag. Die Teilnahme von Politikern rechtsextremer europäischer Parteien an der Konferenz für den Kampf gegen Antisemitismus hatte für weltweite Kritik und Absagen gesorgt.

Russlands Präsident Putin nennt Übernahmepläne der USA für Grönland "ernst"

Die USA meinen es nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit ihren Übernahmeplänen für Grönland "ernst". Es sei "ein tiefer Fehler zu denken, dies sei eine Art extravagantes Gerede" Washingtons, sagte Putin beim russischen Arktis-Forum am Donnerstag in Murmansk. Moskau sei besorgt, dass Nato-Staaten "den fernen Norden immer mehr als Sprungbrett für mögliche Konflikte betrachten", fügte er hinzu.

Selenskyj zu europäischem Kontingent in der Ukraine: Viele Fragen offen

Zum möglichen Einsatz eines europäischen Kontingents zur Überwachung einer möglichen Waffenruhe in der Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj noch viele Fragen offen. "Was die Tätigkeiten dieses Kontingents sind, seine Verantwortlichkeiten, was es tun kann, wie es eingesetzt werden kann, wer verantwortlich ist – es gibt viele Fragen", sagte Selenskyj am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Bisher gibt es nur wenige Antworten."

Textgröße ändern: