Deutsche Tageszeitung - Palästinensischer Oscar-Preisträger vorübergehend im Westjordanland festgenommen

Anzeige Bild
Anzeige Bild
Anzeige Bild
Anzeige Bild
Anzeige Bild

Palästinensischer Oscar-Preisträger vorübergehend im Westjordanland festgenommen


Palästinensischer Oscar-Preisträger vorübergehend im Westjordanland festgenommen
Palästinensischer Oscar-Preisträger vorübergehend im Westjordanland festgenommen / Foto: © AFP/Archiv

Der für den Dokumentarfilm "No Other Land" mit einem Oscar ausgezeichnete palästinensische Regisseur Hamdan Ballal ist im Westjordanland vorübergehend von israelischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die israelische Armee erklärte am Dienstag, drei Palästinenser seien am Vortag festgenommen worden, weil sie bei einer "gewaltsamen Auseinandersetzung" mit Israelis im Dorf Susja "Steine geworfen" hätten. Die israelische Polizei bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Festnahme Ballals.

Anzeige Bild

Textgröße ändern:

Dessen israelischer Regie-Kollege Juval Abraham hatte zuvor im Onlinedienst X geschrieben, Ballal sei von jüdischen Siedlern angegriffen und "geschlagen" worden. "Er hat Verletzungen an Kopf und Bauch, er blutet", erklärte der Dokumentarfilmer, der Anfang März zusammen mit Ballal für "No Other Land" über die Räumung palästinensischer Dörfer im besetzten Westjordanland durch die israelische Armee einen Oscar gewonnen hatte.

Anschließend hätten Soldaten Ballal aus einem herbeigerufenen Krankenwagen mitgenommen, schrieb Abraham weiter. "Seither keine Spur von ihm." Später schrieb Abraham, Ballal sei wieder frei und kehre zu seiner Familie zurück.

Basel Adra, der für den Dokumentarfilm mit Ballal und Abraham zusammenarbeitete, hatte am Montagabend ein Foto veröffentlicht, das nach seinen Angaben den Augenblick der Festnahme des "verletzten und blutenden" Ballal zeigt.

Aktivisten der Organisation Center for Jewish Nonviolence, die mit ihrer Präsenz jüdische Siedler von Gewalt gegen Palästinenser abhalten wollen, waren nach eigenen Angaben während des Vorfalls in dem Dorf Susja im Süden des Westjordanlands anwesend. Eine von ihnen sagte AFP, eine Gruppe von "15 bis 20 Siedlern" hätten die Aktivisten und Ballals Haus in dem Dorf angegriffen.

Die israelische Armee erklärte, drei Palästinenser seien festgenommen worden, weil sie Steine auf israelische Staatsbürger geworfen und deren Fahrzeuge beschädigt hätten. "Terroristen" hätten außerdem Steine auf eintreffende israelische Einsatzkräfte geworfen. Die Armee bestritt außerdem, jemanden in einem Krankenwagen festgenommen zu haben.

Das Dorf Susja liegt nahe Masafer Jatta, einer Ansammlung von Ortschaften südlich von Hebron, in der "No Other Land" gedreht wurde. Der Dokumentarfilm schildert die Vertreibung von Palästinensern durch die israelische Armee und jüdische Sielder in dem Gebiet.

Beobachtern zufolge ist seit Beginn des Gazakriegs am 7. Oktober 2023 die Zahl der Angriffe jüdischer Siedler im Westjordanland stark angestiegen. Nach Angaben von Aktivisten gab es allein in Masafer Jatta dutzende Fälle von Gewalt durch Siedler.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Verfassungsgericht in Südkorea bestätigt Absetzung von Präsident Yoon

Der nach der Ausrufung des Kriegsrechts entmachtete südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol ist endgültig des Amtes enthoben worden. Das Verfassungsgericht des asiatischen Landes bestätigte am Freitag einstimmig die Absetzung Yoons, für die zuvor bereits das Parlament gestimmt hatte. Damit steht Südkorea vor Neuwahlen, die innerhalb von 60 Tagen abgehalten werden müssen.

Verfassungsgericht in Südkorea urteilt über Absetzung von Präsident Yoon

Südkoreas Verfassungsgericht verkündet am Freitag ein mit Spannung erwartetes Urteil zur Absetzung von Präsident Yoon Suk Yeol. Dieser hatte das Land in eine politische Krise gestürzt und Massenproteste ausgelöst, als er im Dezember wegen eines Haushaltsstreits das Kriegsrecht ausrief. Das Parlament in Seoul stimmte daraufhin für seine Absetzung. Um diese Absetzung rechtsgültig zu machen, müssen nun bei Verfassungsgericht mindestens sechs der acht Richter der Parlamentsentscheidung zustimmen.

Medien: Trump entlässt Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates nach Treffen mit ultrarechter Aktivistin

Donald Trump hat Medienberichten zufolge mehrere Mitglieder des Nationalen Sicherheitsrates der USA entlassen, nachdem eine ultrarechte Aktivistin deren Loyalität bei einem Treffen mit dem US-Präsidenten in Frage gestellt haben soll. Sechs Menschen seien nach dem Treffen Trumps mit Laura Loomer entlassen worden, berichtete die "New York Times" am Donnerstag.

Söder blickt "sehr optimistisch" auf Koalitionsverhandlungen

CSU-Chef Markus Söder hat sich zuversichtlich gezeigt, dass Union und SPD ihre Koalitionsgespräche bald zu einem Abschluss bringen. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir eine Lösung finden", sagte Söder am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" mit Blick auf die Verhandlungen mit der SPD vor allem in der Wirtschafts- und Steuerpolitik. "Wir diskutieren sehr seriös. Das Bemühen ist groß, aber es muss eben auch zu einem Ende geführt werden", sagte Söder.

Textgröße ändern:

Anzeige Bild