Deutsche Tageszeitung - Polizei geht bei Protesten gegen Imamoglu-Festnahme massiv gegen Demonstranten vor

Polizei geht bei Protesten gegen Imamoglu-Festnahme massiv gegen Demonstranten vor


Polizei geht bei Protesten gegen Imamoglu-Festnahme massiv gegen Demonstranten vor
Polizei geht bei Protesten gegen Imamoglu-Festnahme massiv gegen Demonstranten vor / Foto: © AFP

In der türkischen Metropole Istanbul ist die Polizei am Donnerstagabend mit Gummigeschossen und Tränengas gegen Teilnehmer einer Demonstration für den festgenommenen Oppositionspolitiker und Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu vorgegangen. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, hatten sich zuvor tausende Menschen vor dem Rathaus der Stadt versammelt, Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht.

Textgröße ändern:

Wie AFP-Reporter zudem berichteten, versuchten Polizisten, Protestierende vom Taksim-Platz fernzuhalten, der 2013 der zentrale Ort von Protesten gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan war.

Vor Ort protestierte der Chef der Oppositionspartei CHP und Parteifreund Imamoglus, Özgür Özel, scharf gegen das Vorgehen der Polizei. "Wer seid ihr, dass ihr die Hoffnung der Türkei mit Tränengas besprüht?", sagte Özel, aus der Menge der Protestierenden erklangen Buhrufe und Forderungen nach dem Rücktritt Erdogans.

Oppositionspolitiker Imamoglu, der als einer der aussichtsreichen Rivalen des Langzeitpräsidenten gilt, war am Mittwochmorgen nach einer Razzia in seinem Haus festgenommen worden. Außer ihm wurden mehr als hundert weitere Menschen festgenommen, darunter Mitarbeiter, Abgeordnete und CHP-Mitglieder.

Der 53-jährige Bürgermeister wird laut Staatsanwaltschaft unter anderem der Korruption und Erpressung beschuldigt. Ihm wird vorgeworfen, Anführer einer "kriminellen Organisation" zu sein. Nach Angaben des Justizministeriums lautet ein weiterer Vorwurf "Unterstützung von Terrorismus". Dabei gehe es um mutmaßliche Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Am Dienstag hatte ihm die Universität Istanbul seinen dort erworbenen Abschluss wegen angeblich "offensichtlicher Fehler" aberkannt. Der Politiker könnte damit von einer Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen werden, für die ein Hochschuldiplom eine Voraussetzung ist.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Vier Schwerverletzte bei Messerangriff in Amsterdam

Bei einem Messerangriff in Amsterdam sind vier Menschen schwer verletzt worden. Ein Verdächtiger sei in Gewahrsam genommen worden, nachdem er von einem Passanten überwältigt worden sei, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Hintergründe des Vorfalls in der niederländischen Metropole waren demnach zunächst unklar.

Papst Franziskus will "Urbi et Orbi"-Segen an Ostersonntag sprechen

Der nach fünf Wochen aus dem Krankenhaus entlassene Papst Franziskus will am Ostersonntag den Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") sprechen. Ein am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichter Kalender erwähnte den Termin des Segens am 20. April sowie eine Heiligsprechung am 27. April, ohne weitere Details zu nennen. Beide Akte können eigentlich nur vom Papst vorgenommen werden.

Anklage fordert in Missbrauchsprozess gegen Depardieu 18 Monate auf Bewährung

Im Missbrauchsprozess gegen den französischen Schauspieler Gérard Depardieu hat die Staatsanwaltschaft 18 Monate Haft auf Bewährung gefordert. "Es handelte sich eindeutig um sexuelle Übergriffe", sagte Staatsanwalt Laurent Guy am Donnerstag in Paris. Der Angeklagte habe die niedrige soziale Stellung der gegen ihn klagenden Frauen und seinen Status als Schauspielstar ausgenutzt. Das Urteil soll erst in einigen Monaten verkündet werden.

Tödliche Brandstiftung in Wohnhaus: 23-Jähriger in Niedersachsen unter Verdacht

Etwa zwei Monate nach einem Wohnhausbrand mit einem Toten im niedersächsischen Herzberg am Harz ist ein 23-Jähriger in Untersuchungshaft genommen worden. Er soll das Gebäude in der Nacht des 28. Januars an mehreren Stellen in Brand gesetzt haben, wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Donnerstag mitteilte. Er galt demnach zunächst als Zeuge, geriet im Verlauf der Ermittlungen allerdings unter dringenden Tatverdacht.

Textgröße ändern: