Zahl der Unwettertoten in Italien seit Montag auf neun gestiegen
Nach den schweren Unwettern in Italien ist die Zahl der Opfer weiter angestiegen. Seit Montag kamen mindestens neun Menschen ums Leben, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. In vielen Teilen des Landes blieben die Schulen auch am Dienstag geschlossen. Am Flughafen von Genua wurde der Betrieb bis 14.00 Uhr eingestellt. Seit Beginn der Unwetter zählte die Feuerwehr rund 7000 Einsätze.
Unweit von Rom und Neapel wurden am Montag vier Menschen durch umstürzende Bäume getötet, wie die Behörden mitteilten. Entwurzelte Bäume führten auch zum Tod eines Mannes in Venetien und eines Feuerwehrmanns in Südtirol.
Nahe der ligurischen Hafenstadt Savona wurde eine Frau durch ein herabfallendes Fassadenteil erschlagen. In der nördlichen Provinz Trentino wurde die Leiche einer Frau gefunden, deren Haus von einer Mure getroffen wurde. Im Badeort Cattolica an der Adriaküste wurde ein Kitesurfer von einer Sturmböe gegen einen Felsen geschleudert und erlag seinen Verletzungen. Vor der Küste Kalabriens wurde ein Segler vermisst, sein verwaistes Boot wurde auf einem Felsen entdeckt.
Am Stilfser Joch, Italiens höchstem Gebirgspass an der Grenze zur Schweiz, saßen rund 170 Touristen und Hotelangestellte nach heftigem Schnee auf 2700 Metern Höhe fest, wie italienische Medien berichteten.
Rund 23.000 Bewohner der nordöstlichen Region Friaul-Julisch Venetien waren ohne Strom, dort waren zudem viele Straßen unpassierbar. Starkregen und Böen mit einer Windstärke von bis zu 180 Stundenkilometern sorgten auch in anderen Teilen des Landes für schwere Verkehrsstörungen.
Betroffen war ebenfalls die Hauptstadt Rom, in der viele umgestürzte Bäume am Dienstag die Straßen blockierten. Dort rückte die Feuerwehr allein in der Nacht zum Dienstag rund hundert Mal aus, für den Tag rechnete sie mit hunderten weiteren Einsätzen.
In Venedig hatte der starke Scirocco-Wind im Zusammenspiel mit Hochwasser in der Lagune die als "Acqua Alta" bekannten Überschwemmungen ausgelöst. Der berühmte Markusplatz stand am Montagnachmittag 1,56 Meter tief unter Wasser und blieb für mehrere Stunden komplett gesperrt.
Der Wetterdienst sagte für die nächsten Tage weiteren Regen vorher, doch dürfte sich die Lage im ganzen Land langsam wieder bessern.
Frankreich wurde unterdessen von einem frühen Wintereinbruch überrascht. Im südfranzösischen Zentralmassiv blieben mehr als 2000 Fahrzeuge im Schnee stecken, im Departement Haute-Loire verbrachten rund 950 Menschen die Nacht in Notunterkünften. Im Bahnhof von Lyon übernachteten hunderte Passagiere in zwei Schnellzügen, deren Verbindungen ausgefallen waren.
Insgesamt waren 195.000 Haushalte in Frankreich ohne Strom. Im Laufe des Tages dürfte der erste Schnee auch die Champagne, die Ardennen und den Osten der Ile de France erreichen.
(A.Nikiforov--DTZ)