Deutsche Tageszeitung - Japanische Forscher züchten medizinischen Wirkstoff in Hühnereiern

Anzeige Bild
Anzeige Bild
Anzeige Bild
Anzeige Bild
Anzeige Bild

Japanische Forscher züchten medizinischen Wirkstoff in Hühnereiern


Japanische Forscher züchten medizinischen Wirkstoff in Hühnereiern
Japanische Forscher züchten medizinischen Wirkstoff in Hühnereiern / Foto: ©

Auf der Suche nach günstigen medizinischen Wirkstoffen im Kampf gegen schwere Krankheiten wie Krebs haben japanische Forscher das Hühnerei als Zuchtlabor entdeckt. Den Wissenschaftlern vom Nationalen Institut für Industriewissenschaften und Technologie in der Region Kansai gelang es, Hennen genetisch so zu verändern, dass sie Eier mit dem Protein Beta-Interferon legen, wie die "Yomiuri Shimbun" am Montag berichtete.

Anzeige Bild

Textgröße ändern:

Die Forscher pflanzten demnach zunächst Gene, die Beta-Interferon produzieren, in Zellen ein, aus denen Hühnersperma wird. Mit diesen Zellen wurden Eier befruchtet, um Hennen zu züchten, die dieses Gen tragen. Die Vögel legen nun Eier, die Beta-Interferon enthalten.

Dieses sogenannte Glykoprotein wird bei der Behandlung von Krankheiten eingesetzt, darunter auch Multiple Sklerose und Hepatitis. Derzeit kosten einige Mikrogramm bis zu 100.000 Yen (umgerechnet rund 750 Euro). Mit der Methode der Japaner könnte der Preis nun dramatisch fallen - auf etwa ein Zehntel des jetzigen Preises.

Die Wissenschaftler wollen ihr in den Eiern von drei Hühnern produziertes Medikament an pharmazeutische Firmen verkaufen, wie es in dem Bericht weiter heißt. Diese könnten den Wirkstoff dann zunächst als Forschungsmaterial verwenden.

Bis das auf diese Weise gewonnene Beta-Interferon auf den Markt kommt, kann es allerdings noch dauern: in Japan gelten sehr strenge Regeln für die Einführung neuer oder ausländischer pharmazeutischer Produkte. Es dauert normalerweise Jahre, bis ein neues Medikament zugelassen wird.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Illegale Cannabisplantage in Wohnhaus in niedersächsischem Schöppenstedt entdeckt

Eine illegale Cannabisplantage mit mehr als tausend Pflanzen haben Polizisten in einem Wohnhaus im niedersächsischen Schöppenstedt beschlagnahmt. Es handelte sich dabei um eine professionell eingerichtete Aufzuchtanlage, wie Polizei und Staatsanwaltschaft nach der Durchsuchung am Donnerstag in Braunschweig mitteilten. Ein in dem Haus angetroffener 22-Jähriger wurde vorläufig festgenommen.

Lebenslange Haft für Mord an Frau und Verbrennen von Leiche in Hessen

Das Landgericht im hessischen Limburg hat einen Mann wegen eines Mordes mit anschließendem Verbrennen der Leiche zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine mitangeklagte Frau soll wegen der gleichen Vorwürfe für sieben Jahre in Jugendhaft, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Wegen Beteiligung an der Strafvereitelung wurde ein weiterer Mann zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt.

Ehepaar nach Doppelmord in Bayern rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt

Zwei Jahre nach einem Mord an Vater und Stiefmutter im bayerischen Altenstadt sind der erwachsene Sohn und seine Ehefrau rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch das Urteil gegen einen Bekannten, der ihnen bei der Tat geholfen hatte, wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe nach Angaben vom Donnerstag bestätigt. Das Landgericht Memmingen hatte die beiden Hauptangeklagten im Mai 2024 des Doppelmordes schuldig gesprochen. (Az. 1 StR 431/24)

Hauseinsturz bei Bauarbeiten in Düsseldorf: Bewährungsstrafen für Verantwortliche

Fast fünf Jahre nach dem Einsturz eines Hauses bei Bauarbeiten in Düsseldorf hat das Landgericht drei Verantwortliche wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Baugefährdung schuldig gesprochen. Die zuständige Architektin wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt, der Bauleiter zu zwei Jahren und ein Subunternehmer zu einem Jahr, wie eine Sprecherin am Donnerstag mitteilte. Alle Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Textgröße ändern:

Anzeige Bild